Stadtgemeinde Judenburg
Sie befinden sich hier » Umweltschutz » Klimabündnis » Judenburg im Klimabündnis
Drucken

Judenburg wurde mit europäischem Klimaschutz-Preis „Climate Star“ ausgezeichnet

Internationale Anerkennung für 30 Jahre „Klimaschutz mit langem Atem“

Alle zwei Jahre vergibt die europäische Geschäftsstelle des Klimabündnis den Climate Star für Klimaschutzprojekte von Gemeinden und Regionen. Bei der europaweiten Auszeichnungsveranstaltung 2018, die anlässlich der österreichischen EU- Ratspräsidentschaft am 18. Oktober in Schloss Grafenegg in Niederösterreich stattfand, wurden 15 Projekte aus sieben Ländern prämiert. Preisträger in der Kategorie bis 100.000 EinwohnerInnen war die steirische Klimabündnis-Gemeinde Judenburg für das Projekt „Klimaschutz mit langem Atem“. Umweltreferent StR Erwin Miesbacher, LAbg. Vizebgm. Gabriele Kolar und GR Maria Heibili durften die Auszeichnung gemeinsam mit dem langjährigen Umweltreferenten Dr. Franz Bachmann, Helfried Kreiter von der Umweltabteilung und Horst Schrittwieser vom Schulzentrum Lindfeld entgegennehmen. 

Judenburg arbeitet kontinuierlich und gezielt in diesem Bereich, wie der Projekttitel „Klimaschutz mit langem Atem“ verrät. Eingeleitet wurde dieser nachhaltige Weg bereits im Jahr 1986 mit der Einführung eines Umweltreferates, einem 1. Umweltschutzbericht 1989 und dem Beitritt als zweite Gemeinde in der Steiermark zum Klimabündnis. Aufbauend auf Energie- und Verkehrskonzepten ging es in den 90er-Jahren u.a. mit der „1. Obersteirischen Wärmedämmoffensive“, dem Projekt „VerkehrSparen“ und dem ersten Fernwärmenetz weiter. Bereits 2003 waren alle kommunalen Gebäude thermisch saniert, 2006 wurde Judenburg e5-Gemeinde. Als solche wurde sie 2017 mit der Bestwertung eeeee und dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet. Ziel des 2012 beschlossenen Energieaktionsplans „Judenburg 2020“ ist es, die CO2-Emissionen der Stadt gegenüber 1990 um 28 % zu reduzieren.

Der Erfolg aller Maßnahmen kann sich sehen lassen: Zwischen 1990 und heute wurden der Energieverbrauch (um 27 %) und die CO2-Emissionen (um 58 %) der kommunalen Gebäude reduziert, im gesamten Stadtgebiet (ohne Verkehr und Industrie) gingen die CO2-Emissionen um 18 % zurück. Einen großen Beitrag dazu leistet der sukzessive Ausbau des mit Abwärme der Zellstoff Pöls gespeisten Fernwärmenetzes, an das bereits 44 % der Haushalte angeschlossen sind. Bei den PV-Anlagen gab es seit 2009 eine 500fache Steigerung auf 1.800 kWp. Auch die Wasserkraftproduktion der Stadtwerke Judenburg von 13,9 GWh/Jahr ist beachtlich.

Der Climate Star ist nicht nur eine international anerkannte Auszeichnung für bereits Erreichtes, sondern zugleich Aufforderung und Ansporn weiterzumachen. Als österreichische Preisträger wurden neben Judenburg auch die Gemeinden Böheimkirchen, Krummnußbaum und Wiener Neudorf sowie die Regionen KEM Sterngartl-Gusental und Ternitz-Umgebung ausgezeichnet. Bei der Auszeichnungsveranstaltung waren auch die brasilianischen Klimabündnis-Partner von der FOIRN vom Rio Negro in Brasilien vertreten, die im Laufe der 25jährigen Partnerschaft schon mehrmals in Judenburg zu Gast waren.

Foto: Klimabündnis

Umweltreferent StR Erwin Miesbacher, LAbg. Vizebgm. Gabriele Kolar und GR Maria Heibili durften die Auszeichnung gemeinsam mit dem langjährigen Umweltreferenten Dr. Franz Bachmann, Helfried Kreiter von der Umweltabteilung und Horst Schrittwieser vom Schulzentrum Lindfeld entgegennehmen.

 


Klimaschutz im Kindergarten

"Gemeinsam mit KliMax und dem Klimaschrecker werden wir zum Klimachecker"

2018 hatten die Kleinsten in Judenburg die Gelegenheit sich mit den großen Themen Klimawandel, Klimaschutz und nachhaltige Lebensweise zu beschäftigen. Als einer von 17 steirischen Kindergärten konnte heuer der Kindergarten Jägersteig an dem für Österreich einmaligen Projekt "Klimaschutz im Kindergarten" teilnehmen, das das Klimabündnis Steiermark im Auftrag vom Land Steiermark (Fachabteilung 17A) entwickelt hat. So lernten sie den kleinen Kobold Klimasehrecker kennen. Als er in den Kindergarten kam, liebte er Müll, trug einen Mantel aus Plastik, Abgase waren sein Lieblingsduft und in seinen Haaren hatte er Alufolie. Zum Glück war auch der freche Vogel KliMax dabei. Mit seiner Hilfe sorgten die Kinder dafür, dass der Klimaschrecker jetzt an die Umwelt denkt und sie schützen will.

Am ersten Klimaschutz-Aktionstag wurde spielerisch und mit vielen Experimenten der Frage nachgegangen, was das Klima ist, und nach den Ursachen des Klimawandels gesucht. Was wir beim Einkaufen und Mülltrennen für das Klima tun können war das Thema des zweiten Aktionstages. Im Rahmen des Abschlussfestes am 24. April hatten die Kinder die Möglichkeit, viele der Experimente und Spiele der ersten beiden Tage gemeinsam mit ihren Eltern zu wiederholen. Zusätzlich gab es bei verschiedenen Stationen viel Neues zu entdecken. Auch in den Bereichen Mobilität und Energie galt es, unterschiedliche Aufgaben zu lösen und Handlungsmöglichkeiten zum Schutz des Klimas zu finden. Für ihre begeisterte und engagierte Teilnahme am Projekt erhielten die kleinen "Klimaprofis" am Ende des Festes eine Urkunde. Gemeinsam mit KliMax haben sie dafür gesorgt, dass der Klimaschrecker jetzt sorgsam mit der Umwelt umgeht und zu einem echten KLIMACHECKER wurde.

"Mit diesem Projekt möchten wir Kinder so früh wie möglich für das Thema Klimaschutz sensibilisieren, denn Umwelterziehung und Klimaschutz darf nicht erst in der Schule stattfinden, sondern sollte bereits Teil sozialen Lernens und Lebens im Kindergarten sein" so die Projektbetreuerin, Dr. Anna Maria Maul vom Klimabündnis Steiermark.

 
Die Kinder des Kindergartens Jägersteig sind nun echte Klimachecker und freuen sich über ihre Urkunden.
 
Der Vogel KliMax Kontrolliert genau, ob die Kinder alle Stationen erfolgreich bewältigt haben
 
Dr. Anna Maria Maul und der kleine Kobold Klimaschrecker ,der mit Hilfe der Kinder zum Klimachecker wird.
 

Judenburg ist 20 Jahre beim Klimabündnis und hat schon Pläne bis 2020

1992 ist die Stadtgemeinde Judenburg als eine der ersten Gemeinden dem Klimabündnis der europäischen Städte mit den indigenen Völkern Amazoniens beigetreten. Dieses Jubiläum war Anlass, in einer Gala am 19. September 2012 auf mehr als zwei Jahrzehnte Judenburger Umweltarbeit zurückzublicken und gleichzeitig ehrgeizige Pläne für die Zukunft zu präsentieren.
Zahlreiche Judenburger Umweltinteressierte nutzten bereits während des Tages die Möglichkeit, im Rahmen einer vom Landesenergieverein Steiermark organisierten Exkursion für e5-Gemeinden die Fernwärmeauskopplung der Zellstofffabrik Pöls und den Windpark Oberzeiring zu besichtigen. Zur Festveranstaltung am Abend konnte Moderator Heinz Gradwohl dann unter den zahlreichen Gästen und Ehrengästen auch Gundi Pein und Alfred König vom Landesenergieverein und Gäste aus anderen e5-Gemeinden begrüßen.
 

Wie komplex die Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Klimaerwärmung sind, zeigte bereits der Kurzfilm „Der Eisbär isst kein Wiener Schnitzel" zu Beginn der Veranstaltung. Nach den Grußworten von Bgm. Hannes Dolleschall und einer Vorstellung des Klimabündnisses durch den steirischen Regionalstellenleiter Mag. Fritz Hofer machte die bekannte Klimaforscherin Univ.Prof. Helga Kromp-Kolb mit ihren wissenschaftlich fundierten und gut verständlichen Ausführungen die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen deutlich. Die Referentin verstand es, ihre Zuhörer nicht mit Horrorszenarien zu entmutigen, sondern ihnen Handlungsmöglichkeiten für ihren persönlichen Beitrag zum Klimaschutz zu zeigen.

                                   
 
Klimaforscherin
Univ.Prof. Helga Kromp-Kolb
Klimabündnis-Regionalstellenleiter
Mag. Fritz Hofer
Bürgermeister Hannes Dolleschall
 
                                     
 
Moderator Heinz Gradwohl                                    Mag. Eva Volkar und Helfried Kreiter

Ein Rückblick auf mehr als zwei Jahrzehnte Umweltarbeit von Helfried Kreiter und Eva Volkar zeigte, wie umfangreich und vielfältig die Maßnahmen von der Gründung des Umweltausschusses und –referates im Jahr 1985 bis jetzt waren. Zum Klimaschutz trägt letztlich alles bei, wie der Bogen der Aktivitäten von den Anfängen der Abfallberatung über Naturschutzprojekte bis zum „e5-Projekt für energieeffiziente Gemeinden" und dem Beitritt zur europaweiten Initiative „Konvent der Bürgermeister" eindrucksvoll demonstrierte.

Aktuell arbeitet Judenburg gemeinsam mit der Energieagentur Obersteiermark den Nachhaltigen Energieaktionsplan (SEAP) „Judenburg 2020" aus. Die Erstellung des Konzepts wird im Rahmen des EU-Projektes eReNet aus Mitteln des Programms Intelligente Energie Europa gefördert. Josef Bärnthaler stellte das Maßnahmenpaket vor, mit dem bis 2020 mindestens 20 % weniger CO2 als 1990 ausgestoßen, 20 % weniger Energie als jetzt verbraucht und der Anteil erneuerbarer Energieträger am Endenergieverbrauch um 20 % gesteigert werden soll. Neben großen Projekten wie dem Ausbau von Fernwärme, Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik tragen viele kleinere Projekte in den Bereichen öffentliche Gebäude, Verkehr und Beratung zur Erreichung der 20-20-20-Ziele bei.
 
DI Josef Bärnthaler
 
Den Abschluss des Klimaschutzabends bildete die Überreichung einer Ehrenurkunde durch Fritz Hofer an Bürgermeister Dolleschall und Umweltberater Helfried Kreiter. Wenn auch Umweltstadtrat Franz Bachmann kurbedingt nicht dabei sein konnte, so schwebte sein Geist doch über dem gesamten Abend.

Die Stadtgemeinde bekommt bald Gesellschaft in der obersteirischen Klimabündnisliga, denn der Kindergarten Jägersteig und der Weltladen Judenburg wollen dem Bündnis ebenfalls beitreten.