Stadtgemeinde Judenburg
Sie befinden sich hier » Umweltschutz » Energie » Energieaktionsplan 2020
Drucken

             

Energieaktionsplan Judenburg 2020

 

Judenburg will 28 % weniger CO2 bis 2020 und 100 % Energie aus erneuerbaren Quellen bis 2050


Die Stadtgemeinde Judenburg setzt sich seit über 25 Jahren für Umwelt und Klima ein und ist als aktive Klimabündnis- und e5-Gemeinde unter den Vorreitern in der Steiermark und Österreich. Im November 2011 ist Judenburg dem „Konvent der BürgermeisterInnen", einer EU-weiten Klimaschutzinitiative von über 4.000 Gemeinden, beigetreten. Ein Jahr nach dem Beitritt hat der Gemeinderat jetzt den „Energieaktionsplan Judenburg 2020" beschlossen, mit dem bis zum Jahr 2020 28 % CO2 gegenüber 1990 eingespart und die Erzeugung Erneuerbarer Energien ausgebaut werden sollen.
Hauptaktionsbereiche sind die kommunalen Gebäude und die erneuerbare Energieproduktion. Bei den kommunalen Gebäuden sollen der Energieverbrauch um 24 % und der CO2-Ausstoß um 60 % gesenkt werden (gegenüber 1990). Die bereitgestellte Wärmeenergie für kommunale Gebäude soll bis 2020 zu 100 % aus erneuerbaren Energieträgern (Biomasse-Fernwärme aus Pöls) stammen. Durch die Umstellung auf die neue Fernwärme lässt sich im Durchschnitt eine CO2-Einsparung von ca. 33 % gegenüber 1990 erzielen.
Zur Senkung der Abhängigkeit von Energieimporten sollen die lokalen Energiequellen Wasser, Holz und Wind zur Strom- und Wärmeproduktion verstärkt genutzt werden. Dazu soll ein zusätzliches Potential an Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik von 30.000 MWh auf eine Gesamterzeugung von 50.300 MWh ausgebaut und dadurch jedes Jahr 15.600 t CO2 eingespart werden. Als langfristige Zukunftsvision sollen bis 2050 100 % der im gesamten Stadtgebiet von Judenburg verbrauchten Energie durch erneuerbare Energieträger bereitgestellt werden.
Weitere zentrale Maßnahmen im Energieaktionsplan sind der Ausbau der Fernwärme im gesamten Stadtgebiet sowie Ausbau und Förderung des nichtmotorisierten Verkehrs (Zufußgehen, Radfahren) und des öffentlichen Verkehrs. Die Stadtgemeinde selbst soll durch den Bezug von Ökostrom für die öffentlichen Gebäude und nachhaltige Beschaffung mit gutem Beispiel voran gehen und wird weiterhin mit Förderungen für Wärmedämmung, Biomasseheizungen, thermische Solarenergie und Photovoltaik Anreize für energetische Verbesserungen und die Nutzung erneuerbarer Energien schaffen. Begleitet werden all diese Maßnahmen durch Bewusstseinsbildung und Informationsarbeit über Klimaschutz und Erneuerbare Energien.
Sorgenkind bleibt der Verkehrssektor, dessen Emissionen von 1990 bis 2011 um mehr als die Hälfte angestiegen sind, bis 2020 aber hoffentlich konstant bleiben werden. Der außerhalb des Einflussbereichs der Gemeinde liegende Bereich Industrie wird vom Aktionsplan nicht berührt.
Der Energieaktionsplan der Stadtgemeinde Judenburg wurde gemeinsam mit der Energieagentur Obersteiermark im Rahmen des von der EU aus Mitteln des Programms Intelligent Energy Europe geförderten Projektes eReNet erstellt. Die Einbeziehung von lokalen Akteuren spielte dabei eine große Rolle.
 
 
Das Team: Bürgermeister Hannes Dolleschall, Dr. Wolfgang Weineiss, DI Josef Bärnthaler, Ing. Otto Maunz, Mag. Christine Bärnthaler, Dr. Franz Bachmann, Mag. Armin Kandut, Helfried Kreiter, Mag. Eva Volkar