Stadtgemeinde Judenburg
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eReNet – Rural Web Energy Learning Network for Action

Ein Web-basiertes Lernnetzwerk für Energieprojekte in Ländlichen Gemeinden"

 

Die EU hat den Konvent der Bürgermeister ins Leben gerufen, um Gemeinden zur Erreichung der nachhaltigen Energieziele der EU zu motivieren und sie bei der Umsetzung von Maßnahmen zu unterstützen. Die beteiligten Städte verpflichten sich freiwillig zur Steigerung der Energieeffizienz und Nutzung nachhaltiger Energiequellen und wollen die energiepolitischen 20-20-20-Ziele der EU (bis 2020 Steigerung der Energieeffizienz um 20 %, Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energieträger um 20 &, Reduktion der CO2-Emissionen um 20 % gegenüber 1990) erreichen und sogar noch übertreffen.

Ländliche Gemeinden, zu denen auch Judenburg gehört, spielen bei der Erreichung dieser Ziele eine große Rolle, da sie 90 % der Fläche der EU bedecken, 45 % der Bruttowertschöpfung der EU-27 schaffen und 53 % der Arbeitsplätze bereitstellen. Sie verfügen auch über große Potenziale bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und des Einsatzes Erneuerbarer Energiequellen. Dennoch stehen die ländlichen Gemeinden vor großen Herausforderungen, was Bevölkerungsentwicklung, Arbeitsplätze und finanzielle Möglichkeiten betrifft. Hemmend für ihre Entwicklung sind fehlende technische Kapazitäten, begrenzte Ressourcen, geringes Wissen über den Nutzen von Maßnahmen, den aktuellen Stand der Technik und Best Practice-Beispiele. Außerdem sind die vorhandenen Methoden und Werkzeuge zur Erstellung von Energieaktionsplänen für ländliche Gemeinden oft nicht sehr gut geeignet.

Um ländliche Gemeinden beim Beitritt zum Konvent der Bürgermeister, bei der Erstellung von nachhaltigen Energieaktionsplänen (SEAPs) und der Umsetzung von Energieprojekten zu unterstützen, wird das EU-Projekt eReNet  – „Rural Web Energy Learning Network for Action” durchgeführt. Das Projekt hat eine Laufzeit von 1.7.2011 bis 31.12.2013 und wird aus Mitteln des Programms „Intelligente Energie Europa IEE" der Exekutivagentur für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (EACI) gefördert.

Beteiligt sind zwölf Partner aus Österreich, Deutschland, Kroatien, Griechenland, Bulgarien und Portugal: die Nationale Technische Universität Athen NTUA als Koordinator; als Experten die Energieagentur Obersteiermark EAO, die Regionale Energieagentur Nordwest-Kroatien REGEA (Kroatien), das Forschungszentrum Black Sea Energy Research Center BSERC (Bulgarien). die Energieragentur IrRADIARE (Portugal) sowie die Stadt Neumarkt in der Oberpfalz (Deutschland); als lernende Gemeinden Judenburg, Amyntaio (Griechenland), Asenovgrad (Bulgarien), Sertã (Portugal) sowie Dugo Selo und Sveta Nedelja (Kroatien).

Projektziele sind:

  • die Unterstützung des Konvents der Bürgermeister und der Erstellung von Nachhaltigen Energieaktionsplänen (kurz: SEAP für Sustainable Energy Action Plan, entspricht Energiekonzept) durch Wissenstransfer und Ausbildung
  • die Verbreitung vorhandener Werkzeuge und Methoden zur SEAP-Erstellung und -kontrolle
  • die Unterstützung von Projekten in den Bereichen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien in ländlichen Regionen durch Förderungen aus Strukturfonds
  • die Vernetzung von Akteuren vor Ort und auf EU-Ebene
  • die Schaffung von ländlichen lernenden Gemeinden im Bereich nachhaltiger Energien

Alle beim Projekt eReNet beteiligten Gemeinden müssen bis Ende Oktober 2011 dem Konvent der Bürgermeister beitreten. In einem ersten Schritt erhebt jede Gemeinde ihre konkreten Bedürfnisse und Prioritäten im Energiebereich und in der fachspezifischen Weiterbildung. Dazu werden mittels eines Fragebogens relevante Interessensgruppen befragt, dazu gehören Industrie, Energieerzeuger und –versorger, Planer, Architekten und Entwickler, Bildungseinrichtungen, engagierte Bürger und andere lokale Akteure, die die nachhaltige Energiepolitik der Gemeinde beeinflussen und gestalten.

Für die Erstellung des Nachhaltigen Energieaktionsplans ist die Erstellung eines Treibhausgasemissionsinventars nötig, das als Grundlage für die Berechung der CO2-Einsparungen herangezogen wird. Judenburg hat als einzige der am Projekt beteiligten Gemeinden bereits eine CO2-Bilanz (sogar aus dem Kyoto-Basisjahr 1990), wird aber trotzdem eine aktuelle Bilanz zur Beurteilung der bisher erzielten Fortschritte erstellen.

Mit Unterstützung der Energieagentur Obersteiermark wird die Stadtgemeinde Judenburg von April bis Mai 2012 einen Nachhaltigen Energieaktionsplan (SEAP) erstellen, der Ziele und Maßnahmen für die Bereiche Gebäude, Einrichtungen, Transport, Energieerzeugung, Landnutzung, öffentliche Beschaffung und Einfluss auf Konsummuster enthalten soll. Der SEAP wird zwei Mal im Laufe seiner Erstellung öffentlich vorgestellt und diskutiert (Mai und Sept. 2012) und muss bis Oktober 2012 vom Gemeinderat beschlossen und beim Konvent der Bürgermeister eingereicht werden.

Auf Grundlage der Erfahrungen der Gemeinden mit den unterschiedlichen vorhandenen Methoden und Werkzeugen bei der Erstellung der CO2-Bilanz und des SEAP werden von den Experten maßgeschneiderte Web-Tools für ländliche Gemeinden entwickelt, mit denen die Erstellung von SEAPs und Emissionsbilanzen vereinfacht und beschleunigt werden soll sowie Energievisionen und Entwicklungsszenarien modelliert werden können. Weiters sollen Schulungsunterlagen in sechs Sprachen erstellt werden, die auch ländlichen Gemeinden außerhalb des Projekts zur Verfügung gestellt werden. Die Schulungsunterlagen sollen Mitarbeitern der Gemeinde und Angehörigen von Interessensgruppen Weiterbildung über Energieeffizienz und Erneuerbare Energien ermöglichen.

In die Web-Datenbank können Interessensgruppen Projektideen eingeben und auf ihre Machbarkeit, Finanzierbarkeit und Fördermöglichkeit analysieren. Aus diesen Projekten sollen zwei ausgewählt, umgesetzt und aus Strukturfonds gefördert werden. In Zusammenhang mit der Projektentwicklung muss die Stadtgemeinde Judenburg zwei Informationstage über erneuerbare Energien und Finanzierungsmöglichkeiten organisieren.

Für die Partner im Projekt ist auch die Teilnahme einer Person (beim Kick off-Meeting zwei) an Projekttreffen und Trainingsworkshops verpflichtend (Sept. 2011: Kick-off Meeting Griechenland, Okt. 2011: 1. Workshop Kroatien, Feb. 2012: 1. Fortschrittstreffen Portugal, Mai 2012: 2. Workshop Deutschland, Sept. 2012: Halbzeittreffen Bulgarien, Mai 2013: 2. Fortschrittstreffen Österreich). Die Reisekosten sind zu 75 % durch das Projekt abgedeckt.

Über die gesamte Dauer des Projekts muss intensive Öffentlichkeitsarbeit über die eigenen Leistungen, den Konvent der Bürgermeister, Energiesparen, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit betrieben werden.