Stadtgemeinde Judenburg
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Pressemeldungen

Paradise Enterprise // Unternehmen Paradies

Donnerstag, 22. August 2013

ein Projekt von transparadiso (Barbara Holub/ Paul Rajakovics)
für direkten Urbanismus in Judenburg - 2012-2014


Seit Anfang 2013 arbeitet transparadiso gemeinsam mit der Gemeinde Judenburg an der Realisierung eines exemplarischen Projekts für direkten Urbanismus.
Mit Paradise Enterprise werden spezifische Tools und längerfristige Strategien für Judenburg entwickelt.
Das Anliegen des Projektes ist es, Perspektiven vor allem für die Zukunft der Jugend zu konzipieren  und durch deren aktive Involvierung – sowie der Aktivierung des Wissens anderer Bevölkerungsschichten, die kaum nachgefragt werden (wie von SeniorInnen, ehemaligen und aktuellen MitarbeiterInnen der Stahlwerke) über urbane Interventionen zu realisieren. Schlummernde Potentiale der Gemeinde, die unter einem Schrumpfungsprozess leidet, die aber aktiv versucht neue Wege zu beschreiten, werden über künstlerisch-urbanistische Strategien aktiviert. Damit wird ein längerfristiger Prozess eingeleitet, der das Bewusstsein für Eigeninitiative und gemeinschaftliche Werte stärken soll. Direkter Urbanismus versteht Stadtentwicklung als offenen Prozess, der kontinuierlich weiter gefasste gesellschaftliche Fragestellungen einbezieht - anstelle eines vorgestellten Bildes oder eines fertigen Plans. Direkter Urbanismus betrachtet und behandelt soziale Aspekte und gesellschaftliche Prozesse jenseits neoliberaler Interessen als wesentlichen Faktor einer engagierten und kritischen räumlichen Praxis.
 
Der Fokus von Paradise Enterprise liegt auf der Aktivierung des Areals des ehemaligen Paradiesgartens des früheren Frauenklosters (die Räumlichkeiten des ehemaligen Klosters wurden als sozialer Wohnbau umgenutzt) als neuer, gemeinschaftlicher Ort, der als zentrales Element die stadträumliche Situation und die gesellschaftliche Entwicklung Judenburgs stärken soll.
Als Vorbereitung für die Etablierung einer zeitgemäßen Neuinterpretation des Paradiesgartens finden diverse urbane Interventionen sowie der Bau des Floßes AMAMUR statt.
Im Mai 2013 wurden Expeditionen entlang der Murufer mit LokalexpertInnen und Biologen durchgeführt, die die verborgenen Potentiale dieses außergewöhnlichen Naturraums und gleichzeitig zentralen städtischen Raums explorierten.

Von 9.07.- 17.7. fand der kollektive Bau des Flosses AMAMUR und dessen Stapellauf statt.
Die AMAMUR ist nicht nur ein Floß, das eine neue Wahrnehmung der Stadt aus der Perspektive der Mur ermöglicht, sondern stellt auch Fragen zum Überleben in schwierigen Situationen und zu neuen Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens jenseits sozialer oder kultureller Grenzen.
 
Von 02.08. -12.08.2013 wurden öffentliche Erkundungen mit der AMAMUR durchgeführt. Diese werden als Expeditionen im September zu konkreten Themen vertieft und u.a. mit Hr.Dir.Mischlinger und SchülerInnen des Bundesgymnasiums Judenburg konzipiert und durchgeführt.

Weitere geplante Projekte zu Unternehmen Paradies:
_WS 2013/ 2014: Künstlerisches Projekt mit StudentInnen der TU Wien/ Institut für Kunst und Gestaltung, Prof. Christine Hohenbüchler/ Barbara Holub

_ Nov.2013: Workshop mit Jugendlichen: Modellbau einer BMX-Strecke für zukünftigen Paradiesgarten und öffentliche „Zukunftsdiskussion"

_2014: Ein Workshop mit StudentInnen aus Brasilia als Kooperation mit der Universität für Angewandte Kunst Wien sowie weitere Projekte mit KünstlerInnen.

Genaue Termine und weitere Informationen:
 
Zum Abschluss wird – basierend auf Paradise Enterprise und unter Einbeziehung von früheren Projekten von transparadiso -  ein exemplarischer Katalog mit Tools und Strategien für Direkten Urbanismus entwickelt werden, der als Referenz für die komplexen Aufgabenstellungen von Stadtentwicklung unter Berücksichtigung weitreichender, aktueller und zukunftsorientierter gesellschaftlicher Fragestellungen für Gemeinden dienen wird.
Nun erhältlich ist die aktuelle Publikation von transparadiso, "Direkter Urbanismus", Verlag für moderne Kunst Nürnberg (dt/ eng., 216 S, zahlreiche Abb.), in der auch „Unternehmen Paradies" präsentiert wird.

Paradise Enterprise wird durch eine Förderung von departure Wien ermöglicht und in Kooperation mit der Gemeinde Judenburg und Desiree Steinwidder (Jugendmanagerin Land Steiermark) durchgeführt.

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