Ökokataster der Stadtgemeinde Judenburg

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Seit Ende November 1997 liegt die fertige Erhebung aller Grünräume in Judenburg in Form des Öko-Kataster-Plans vor.

Der Gemeinderat der Stadt Judenburg hat im März 1997 die Erstellung eines Öko-Katasters beschlossen. Das Projektteam des Steirischen Volksbildungswerks, das bisher schon in 37 steirischen Gemeinden tätig war, wurde mit der Projektleitung beauftragt.

Zwischen Mai und September 1997 fanden insgesamt sieben Begehungen unter der Beteiligung von interessierten Bürgern statt, bei denen der ökologische Ist-Zustand aller Grundflächen erhoben wurde. Diese umfangreichen Daten wurden im Oktober und November von Helfried Kreiter (Umweltschutzreferat) digitalisiert, d.h. in den Computer eingegeben und mit dem vorhandenen Katasterplan von Judenburg verknüpft. Das Ergebnis - der Öko-Kataster-Plan - wurde am 27.11.1997 im Rahmen der Bürgerversammlung präsentiert. Auf diesem Plan sind alle Grundstücksflächen farblich gekennzeichnet. Je nach ökologischer bzw. naturräumlicher Wertigkeit bewegen sich diese Farben von Schwarz/Violett über Rot und Gelb nach Grün.

Auf einem zweiten Plan werden Besonderheiten (sowohl positive wie z.B. besonders schöne Bäume, aber auch negative wie z.B. Bäume mit Krüppelschnitt) gesondert als Punkte dargestellt.

 Durch einen Öko-Kataster sollen alle - sowohl Gemeindevertreter als auch die Bevölkerung 
 selbst - die Möglichkeit bekommen, zu erkennen:

  • Welche wertvoller Natur- bzw. Kulturlandschaft besitzen wir noch?
  • Warum sollen wir diese bewahren?
  • Wie können wir solche Bereiche erhalten oder sogar neu schaffen?
  • Worauf sollen wir bei zukünftigen Planungen achten?

Gerade die Erfassung im Computer gibt die Möglichkeit, die Ergebnisse der Öko-Kataster-Erhebung in die Planung einfließen zu lassen.

 Was fiel bzw. fällt bei den Begehungen bzw. am Plan besonders auf?

Intensiv genutzte Flächen (Landwirtschaft, Siedlungsbereich, Forst) überwiegen. Generell sind Bereiche, die schwer zu pflegen sind (oft aufgrund ihrer Steilheit), natürlicher erhalten geblieben.

Siedlungsbereich

Die Situation im städtischen Siedlungsbereich ist der von anderen bereits untersuchten Städten (z.B. Weiz, Feldbach) sehr ähnlich und daher als durchschnittlich zu bezeichnen. Im Innenstadtbereich gibt es relativ viele, kleinräumige, hochwertige Flächen (oft Innenhöfe) und auch ältere Baumbestände. Diese Besonderheiten sind vor allem im Punkteplan festgehalten.

Im Siedlungsbereich gibt es nur mehr wenige Freiflächen, die häufig hohe ökologische Wertigkeit haben, aber oft besonders bedroht sind. Naturgärten bzw. Bauerngärten sind selten.

Ländlicher Bereich

Die landwirtschaftlichen Flächen mit der größten Ausdehnung befinden sich in Waltersdorf, Ritzersdorf und Gasselsdorf.

Dort sind nur mehr wenige Feldgehölze und Sträucher vorhanden („ausgeräumte Landschaft“), auf den Wiesen und Weiden dominiert der Löwenzahn (Zeichen für starke Düngung), Blumenwiesen könnten nur bei Verzicht auf die Düngung entstehen. Wertvolle Standorte sind durch Aufforstung gefährdet.

Positiv fallen die eigentlichen Dorfbereiche auf, teilweise mit schönen Bauerngärten, Streuobstwiesen und jeweils einem schönen Dorfbaum (Linden).

Im äußeren Westen von Judenburg fällt der Unterschied in der ökologischen Wertigkeit zwischen dem Bereich südlich der Bundesstraße (wertvoller Baumbestand, Streuobstwiesen im ländlichen Bereich) und dem Gebiet nördlich der Bundesstraße (Gewerbegebiet, viele versiegelte Flächen) deutlich auf.

Gewässer

Das Murufer ist bzw. wäre ein naturräumlicher Schatz für Judenburg. Es gibt hier neben natürlich bewachsenen Bereichen (Laubbäume bzw. Sträucher wie Weiden, Erlen, Traubenkirsche) leider auch Bereiche, wo standortsfremde Nadelgehölze (Fichten, Lärchen) angepflanzt wurden. Der Uferbewuchs der Pöls ist über weite Strecken naturbelassen, aber auch hier gibt es einige Fichtenaufforstungen.

Stillgewässer sind selten (Waltersdorf) und z.T. bedroht, z.B. durch Zuschütten seitens des Grundbesitzers.

Wald

Teilweise gibt es Aufforstungen mit standortsgerechten Laubgehölzen, jedoch eher selten. Es dominiert wie auch andernorts der Wirtschaftswald in Form von Fichtenforst (oft Monokultur).

Bei einigen Waldbereichen konnten schöne Waldränder mit verschiedenen Sträuchern festgestellt werden, jedoch sind diese Standorte z.T. durch Aufforstung mit Fichte gefährdet.

Rückzugsgebiete

Viele Pflanzen finden ein Rückzugsgebiet dort, wo nicht gedüngt und selten gemäht wird. Als solche Bereiche wurden in Judenburg Bahndämme und -böschungen, aber auch Flächen im Werksgelände erkannt.

 

 

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